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Im Juli und August en.

Überschwemmungen

Hervorgerufen wurden die Überschwemmungen durch starke Monsunregenfälle in der Region, die als die stärksten seit mehr als achtzig Jahren gelten.<ref name="bbc20100730"></ref> übertroffen wurde.

Nach den Angaben von OCHA waren Ende Juli 36 pakistanische Distrikte zumindest teilweise überflutet<ref name="dawn20100730"></ref>

Anfang August bewegte sich der Schwerpunkt der Überschwemmungen von der nordwestlichen Grenzregion zu Afghanistan hin entlang des Indus nach Süden in den Westen der Provinz Punjab, wo die Ernte auf mindestens 570.000?Hektar Ackerland vernichtet wurde.<ref name="Bodeen"></ref>

Auswirkungen

Nach Aussage des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz hat die Überschwemmung eine starke Auswirkung auf die Lebensumstände der dem bewaffneten Konflikt in der Grenzregion zu Afghanistan ausgesetzten Zivilbevölkerung. Abgesehen von den Zerstörungen an Häusern und Infrastruktur wurde auch die Wasserversorgung beeinträchtigt, sodass die Bewohner der Gegend anfällig gegenüber Krankheiten sind, die durch verschmutztes Wasser hervorgerufen werden.

Nach Aussage der Aktion Deutschland Hilft sei der humanitäre Einsatz in den Überschwemmungsgebieten als höchste Einsatzstufe der ?Kategorie 3? eingeordnet.<ref name="ADH"></ref> Nach Angaben der UN ist die Katastrophe noch größer als das Erdbeben in Haiti 2010 oder der Tsunami vom 26. Dezember 2004.<ref name="Wahl">Yuriko Wahl: ''Verunsicherung spielt große Rolle'' in: Landeszeitung für die Lüneburger Heide vom 17. August 2010, S. 16.</ref>

Besondere Meldungen aus einzelnen Regionen

  • Die Wassermassen bedrohten am 13. August 2010 die Stadt Online vom 13. August 2010, 15:19, (nach sda/dpa/Reuters)</ref>
  • Die Behörden versuchen die Bevölkerung zu warnen oder zu evakuieren in Jacobabad, Hyderabad, Thatta, Ghotki, Larkana. Samstag, 14. August 2010
  • 31. August 2010: ein Behördensprecher teilte mit, dass die im Süden gelegenen Städten , das von den Behörden inzwischen wieder als sicher angesehen wird. Aus Angst vor den Fluten des Indus war die 300.000-Einwohner-Stadt am Wochenende 28./29. August komplett evakuiert worden.
  • Für die Regionen Khyber Pakhtunkhwa, Baluchistan und Punjab ist es die schlimmste Überschwemmung seit 1929. Viele Häuser wurden weg gespült, Brücken und Straßen stark beschädigt, teilweise ist Vieh ertrunken und die Ernte wurde weitgehend zerstört.<ref name="ADH" />

Folgen der Überschwemmung

Infolge der andauernden Überflutung wurde am 13. August der erste Cholera-Fall im Swat-Tal bestätigt.

Hilfe

UN-Nothilfekoordinator John Holmes stellte am 11. August 2010 eine UN-Soforthilfe von 352 Mio. Euro bereit. Darüber hinaus will die Europäische Union eine Soforthilfe von 40 Mio. Euro bereitstellen.

Unter anderen haben die Vereinigten Staaten und die Volksrepublik China ihre Bereitschaft zur Unterstützung der Opfer erklärt. Auch die deutsche Bundesregierung sendet mindestens 1 Mio. Euro Soforthilfegelder.

Angesichts der Katastrophe hat Indien seinem Erzrivalen Hilfsgüter im Wert von fünf Millionen Dollar angeboten. In einem Telefongespräch mit seinem pakistanischen Amtskollegen Schah Mahmud Qureshi drückte Indiens Außenminister S. M. Krishna seine Solidarität und sein Mitgefühl aus für die Leiden der pakistanischen Bevölkerung. ? Indien und Pakistan führten seit ihrer Unabhängigkeit von Großbritannien 1947 drei Mal Krieg gegeneinander.

Im Vergleich zur Nothilfe nach der Erdbebenkatastrophe fünf Jahre zuvor, als Armee und Hilfsorganisationen Hand in Hand arbeiteten, verlaufen die Hilfsmaßnahmen diesmal eher unkoordiniert, berichten Augenzeugen vor Ort.<ref name="Livebericht"></ref> Die Menschen in den von der Flut betroffenen Gebieten seien frustriert über die langsame und fehlende Hilfe, weil Hilfsgüter aufgrund zerstörter Straßen und Brücken oft noch nicht ans Ziel gelangten, schildert eine Krankenschwester der Deutschen Missionsgemeinschaft ihre Eindrücke. Ein weiteres Problem sei das gewaltige Ausmaß der Katastrophe, fast das gesamte Land sei betroffen. ?Es sind weniger Hilfsorganisationen als noch vor wenigen Jahren im Land ? manche haben sich zurückgezogen, weil sich in den vergangenen Jahren die Sicherheitslage dramatisch verschärft hat?, schrieb sie.<ref name="Livebericht" /> Die Taliban wollten keine ausländische Hilfe von ?Ungläubigen? zulassen. ?Leider traf es wieder die Menschen am härtesten, die bereits beim Erdbeben alles verloren hatten. Viele zogen damals von den Bergen in die Täler und bauten sich neue Häuschen nahe an Flüssen oder Bächen. Jetzt haben sie erneut alles verloren. Manche kamen nach der Flut bei Verwandten unter, aber sie brauchen wieder ein Dach über dem Kopf. Zu der Katastrophe hinzu kommt, dass ihre Kühe, Ziegen und Schafe ertranken und Lebensmittel unglaublich teuer geworden sind (Erhöhungen bis zu 500 Prozent).?<ref name="Livebericht" />

Tiere und Landwirtschaft sind für viele Menschen in Pakistan die Existenzgrundlage. Deswegen sind im Katastrophengebiet neben humanitären Organisationen auch Tierschutzorganisationen im Einsatz., um die Tiere mit Futter, sauberem Trinkwasser und medizinischen Behandlungen zu versorgen, da diese Tiere eine Lebensgrundlage für die Menschen für die Zeit nach der Katastrophe sind.

Spenden und Spendenaufrufe

Zu Spenden riefen diverse Wohlfahrtsverbände und Organisation auf. Deren Konten wurden von den Medien publiziert.

Zur Kritik am Umgang mit Spenden in Pakistan äußerte sich auch der frühere Präsident und militärische Machthaber Pervez Musharraf.

Ursachen

Globale Wetterlage

Die führt.<ref name="DRadio_18-8-2010" />

Versäumnisse im Umweltschutz

Wie bei den meisten Überschwemmungsphänomenen hat auch die Flut in Pakistan regionale Ursachen, die das Problem verstärkten. So zogen in den Jahren zuvor viele Menschen mit ihrem Vieh in die Gebiete, die nun von der Flut heimgesucht wurden. Für Weideland, Bau- und Brennmaterial wurden Wälder abgeholzt und Weiden abgegrast, was dazu führte, dass der Boden viel weniger Wasser aufnehmen kann. Flüsse wurden blockiert oder durch Begradigung in ihre Bette eingezwängt und damit wurde ihnen ihr Überflutungsraum genommen, Städte werden planlos gebaut und sind somit gefährdet.

Durch die große Zerstörung der Infrastruktur wurde das Land in seiner Entwicklung um Jahrzehnte zurückgeworfen.<ref name="DRadio_18-8-2010">Pakistan: Versäumnisse im Umweltschutz ? Ausmaß der Krise ist nicht nur durch Klimaveränderungen zu erklären, Deutschlandfunk: Umwelt und Verbraucher vom 18. August 2010</ref>

Frühere schwere Überschwemmungen

  • Vergleiche 2007: Bis zu einer Million Menschen waren in der Region Baluchistan im Südwesten Pakistans von den damaligen schweren Unwettern betroffen.
  • 12. November 1970: Ein Zyklon im damaligen Ostpakistan (Bhola cyclone) forderte 300.000 bis 500.000 Todesopfer. Dabei handelte es sich um den schwerwiegendsten jemals verzeichneten Wirbelsturm und um eine der folgenschwersten Naturkatastrophen der jüngeren Geschichte. Es gab Windgeschwindigkeiten von bis zu 230?km/h und meterhohe Flutwellen. Heute gehört das Gebiet zu dem in der Folge entstandenen Staat Bangladesch.

Einzelnachweise

Weblinks